Sicherheitskonzept für Feste in Wiesloch wird entwickelt
Nach den jüngsten Vorfällen in Magdeburg, München und Mannheim, bei denen Autos als Waffen eingesetzt wurden, reagiert die Stadt Wiesloch und plant, ein neues Sicherheitskonzept für öffentliche Veranstaltungen zu entwickeln. Ziel ist es, die beliebten Feste und Aktivitäten weiterhin zu ermöglichen, ohne die Sicherheit der Teilnehmer zu gefährden.
Sicherheitsanforderungen steigen
Oberbürgermeister Dirk Elkemann betonte in der letzten Sitzung des Gemeinderats, dass der Zufahrtsschutz eine der größten Herausforderungen darstellt. Inzwischen verlangen die Sicherheitsbehörden von Städten und Gemeinden, dass für jedes Fest im öffentlichen Raum ein entsprechendes Sicherheitskonzept vorgelegt wird. Auch die Polizei hat einen Handlungskatalog entwickelt, der auf mögliche Maßnahmen hinweist. „Es gehört zu den Aufgaben der Stadt, die Sicherheit bei Veranstaltungen zu gewährleisten“, erklärte Timo Fitzau von der Stabsstelle Bevölkerungsschutz.
Kurzfristige Lösungen
Für die anstehenden Feste in Wiesloch wird es noch „Akutlösungen“ geben, wie etwa der Einsatz von mobilen Zufahrtssperren, die bereits bei den Sommertagszügen in Frauenweiler, Schatthausen und der Kernstadt verwendet wurden. So sollen auch beim Umzug in Baiertal am 6. April mobile Sperren zum Einsatz kommen. Zudem wurde der Frühlingsmarkt aus Sicherheitsgründen vom Innenstadtbereich auf den Festplatz vor der Eishalle verlegt, wo sich der Zufahrtsschutz besser umsetzen lässt.
Zukunftsplanung für Sicherheitsmaßnahmen
Für 2025 plant die Stadt Wiesloch vorübergehende Lösungen, um die Sicherheitsanforderungen dauerhaft umzusetzen. Dabei wird auch der Einsatz von zertifizierten Zufahrtssperren und Sicherheitsbeleuchtung berücksichtigt. Für das Stadtfest wird die Stadt eine professionelle Veranstaltungsleitung für rund 10.000 Euro einplanen. In einer kommenden Gemeinderatssitzung wird entschieden, welche finanziellen Mittel für die Sicherheitsmaßnahmen bereitgestellt werden müssen.
Sicherheitskonzept für das Stadtfest
Das Sicherheitskonzept für das Wieslocher Stadtfest befindet sich bereits in der finalen Phase. 2024 wurde ein externer Dienstleister mit der Entwicklung eines Konzeptes beauftragt, das auch für andere Innenstadtfeste gelten soll. Die Sicherheitsvorgaben für das Stadtfest werden als Grundlage für das Sicherheitskonzept von „Wein und Markt“ dienen. Diese sollen jedoch erst ab 2026 in die konkrete Umsetzung gehen.
Zufahrtssperren und Personalbedarf
Für das Stadtfest müssen bis zu 14 Zufahrtsstraßen durch Sperren blockiert werden. Derzeit wird diese Maßnahme mit städtischen Fahrzeugen umgesetzt, was etwa 80 Prozent der Zufahrten abdeckt. In Zukunft sollen Zufahrtssperren gemietet oder gekauft werden. Wenn die Sperren gemietet werden, entstehen jährliche Kosten von rund 220.000 Euro. Sollte die Stadt sich für den Kauf entscheiden, kämen einmalige Kosten von 625.000 Euro auf sie zu. In Erwägung gezogen wird auch, die Sperren gemeinsam mit Nachbarkommunen anzuschaffen.
Neben den materiellen Maßnahmen erfordert die gestiegene Sicherheitsanforderung auch eine zusätzliche Stelle für die Planung und Durchführung größerer Feste. Diese Person soll die Sicherheits- und organisatorische Planung übernehmen und auch beratend bei Vereinsveranstaltungen oder anderen städtischen Events tätig werden.