Kunst im Rathaus Walldorf ab 26. November
Am Donnerstag, 26. November, feiert ab 19 Uhr bei „Kunst im Rathaus“ eine Ausstellung Vernissage, die eine interessante Konfrontation zweier künstlerischer Medien präsentiert, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten.
„Objekte mit Naturmaterialien und Installationen von Horst Busse, die den Raum bestimmen, die experimentell prozesshafte Verwandlungen erforschen, treffen auf Radierungen von Monika Klein, deren bildnerische Mittel die Linie und die Fläche sind“, erklärt Hartmuth Schweizer, der städtische Kunstbeauftragte, der die Ausstellung gemeinsam mit den Künstlern konzipiert hat. Sowohl Horst Busse als auch Monika Klein haben bereits im Rathaus ausgestellt, wenn auch noch nicht gemeinsam. Monika Klein war eine der Preisträgerinnen des ersten Kunstpreises, den die Stadt Walldorf gemeinsam mit der SAP im Jahr 2001 auslobte, und stellte in der Folge im Rathaus aus. Horst Busse war gemeinsam mit Loraine Heil 2006 im Rathaus zu Gast und experimentierte später mit „Land Art“ auf der „Drehscheibe“ vor deren Neugestaltung.
Die Druckgrafik gehört als künstlerisches Medium zu einem klassischen Kanon der bildnerischen Gestaltung, deren Anfänge mit der beginnenden kritischen Welterkundung des Spätmittelalters und der Renaissance zusammenhängen. Wie die bildnerischen Mittel und Themen dieses Genres sich seitdem verändert haben, zeigen die Arbeiten von Monika Klein eindrucksvoll. Die nach wie vor auf der perfekten Beherrschung eines Handwerks basierenden Techniken wie der Strichätzung oder der Mezzotintotechnik, haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts einen vollkommenen Wandel der Ausdrucksformen erlebt. Bei der Künstlerin werden Linien und Flächen abstrakt und auf ihre wesentlichen Eigenschaften reduziert und variantenreich in immer neuen Beziehungen kombiniert. Die Herkunft ihrer Ideen aus einem naturhaften und ursprünglichen Kontext wird durch eine auf Erdtöne reduzierte Farbigkeit unterstrichen.
Inhaltlich schließen sich hier die Arbeiten von Horst Busse an. Erde und Wasser, Gestein und Moos, Äste oder Reisig, Rosenblätter und Laub in Rauminstallationen oder in vitrinenartigen Glasbehältern verweisen auf die elementaren Grundlagen der biologischen Existenz und auf die Prozesse, die Leben hervorbringen und auch dessen Vergehen beinhalten. Diese Themen gehören vollkommen der zeitgenössischen Moderne an, die Konzepte interdisziplinärer Forschung, an den Grenzen von Kunst und Wissenschaft, verfolgt. Irritationen und Provokationen gehören zu Busses Strategien. Hartmuth Schweizer wird in die Ausstellung einführen. Passend zur Kunst wird das „Huub Dutch Duo“ mit unkonventionellem Instrumentarium für die musikalische Untermalung sorgen. Die Ausstellung läuft bis 23. Januar 2016 und kann während der üblichen Rathausöffnungszeiten besichtigt werden.
- Monika Klein
- Horst Busse
Reizvolle Kontraste bieten die Arbeiten von Monika Klein und Horst Busse
Text und Fotos: Stadt Walldorf