„Kind und Hund – So gibt es keine Probleme“
„Kind und Hund, so funktioniert es zwischen zwei Freunden die sich brauchen“ steht auf der Titelseite der kleinen 14-Seitigen Kinderfibel der Polizei Bayern. In für Kinder verständlicher Sprache soll den Kindern der richtige Umgang mit Hunden beigebracht werden. Kinder wünschen sich Hunde und Kinder brauchen Hunde, sie seien für Kinder wichtig, so die Polizei.
Weiter ist zu lesen:
Im Hund haben Kinder einen Partner, der sie bedingungslos annimmt. Er fragt nicht, ob sie ihr Zimmer aufgeräumt, gute Noten geschrieben oder sonst erfolgreich waren – er ist einfach ein Freund. Er gibt den Kindern Geborgenheit.
Ein Hund fordert aber auch seine Rechte ein, so will er versorgt werden und respektiert werden. Hunde fördern die immer wichtiger werdende soziale Kompetenz des Kindes und bildet Veranstwortungsbewusstsein.
Kinder mit einem Haustier, insbesondere mit einem Hund, verfügen über ein stärkeres Immunsystem und sind dadurch seltener Krank. Er fördert auch die Entwicklung des Kindes, weil er Aktivität im Freien abseits des Computers und bei jedem Wetter fordert.
Damit du dich mit Bello verstehst, musst du die folgenden Regeln beachten – dann könnt ihr gute Freunde werden.
Die einzelnen Kapitel der Fibel „Kind und Hund“:
- Behande einen Hund immer so, wie du behandelt werden willst!
- Gehe nur zu einem Hund, wenn es dir sein Besitzer auch erlaubt hat!
- Schaue einem Hund niemals starr in die Augen!
- Renne nicht weg, wenn du einem Hund begegnest!
- Hundenase kalt und nass!
- Störe einen Hund nicht beim Fressen!
- Betrete nie ein Grundstück, in dem ein Hund, den du nicht kennst, frei herumläuft!
- Spiele nur mit einem Hund, wenn ein Erwachsener, am besten sein Besitzer, in der Nähe ist!
- Mische dich nie ein, wenn Hunde raufen!
- Kein Hund ist wie der andere!
Zu Ausdrucken und Ansehen, für Eltern, Kindergärten und Schulen…
Hier geht es zur Kinderfibel der Polizei Bayern – PDF-Dokument:
Harmonie zwischen Nichthundehalter und Hundehalter herstellen.
„Ein Hund darf durchaus aggressiv sein, wenn er in bestimmte Zwangssituationen kommt. Das ist Normalverhalten!“ so Prof. Dr. Hansjoachim Hackbarth – Leiter des Instituts für Tierschutz und Verhalten an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
Ein gefährlicher Hund ist nicht der Hund, der gebissen haben muss, sondern ein Hund, von dem sich irgendein Bürger bedroht fühlt – egal, in welcher Form. Wenn der Bürger sagt, dass ihm der Hund komisch gekommen ist, ihn angeknurrt hat oder sonst irgendetwas. Dann kann er zum Veterinäramt gehen, diesen Hund zur Anzeige bringen, und das Veterinäramt überprüft dann, ob sie diesen Hund wirklich als gefährlich einstufen oder ob es sich z. B. nur um einen Nachbarschaftsstreit handelt.
Im Prinzip ist der Test, so wie er im Moment durchgeführt wird, nur darauf ausgelegt, gestört aggressives Verhalten herauszufiltern – nicht aggressives Verhalten. Ein Hund darf durchaus aggressiv sein, wenn er in bestimmte Zwangssituationen kommt. Das ist Normalverhalten! Aber er darf nicht gestört aggressiv sein. Das heißt Angriff ohne vorherige Warnung. Nicht loslassen ist z. B. ist auch so ein gestörtes Verhalten. Wenn er sich hineinsteigert! Diese Hunde möchte man herausfiltern. Aber so ein Verhalten kommt in dem Wesenstest Gott – sei Dank äußerst selten vor. Und wir nehmen uns die Freiheit, wenn Politiker anders handeln, auch zu sagen, dass sie wider besseres Wissen – nicht wider besseren Glauben – handeln, erklärt Prof. Dr. Hackbarth.
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Linktipp Youtube:
Mit Hunden richtig umgehen: Keine Angst vor dem Hund – Dokumentation von NZZ Format
Das deutsche Gesetz verbietet gewisse als gefährlich bezeichnete Hunderassen. Die Folge davon sind überfüllte Tierheime mit schwer vermittelbaren Hunden. In der Schweiz setzt man auf Prävention. In den Welpenkursen werden Hunde aller Rassen sozialisiert und gleichzeitig lernen Hundehalter, wie man einen Vierbeiner erzieht. Das Projekt „Prevent a bite“ nimmt Kindern die Angst vor Hunden. Keine Angst vor Hunden haben die Bewohnerinnen eines Winterthurer Altersheims: Der Besuch „ihres“ Therapiehundes freut sie manchmal mehr als der von Angehörigen.
Text und Fotos: Robert Pastor