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Gastkünstlerin Sanna Konda verabschiedet sich mit einer Lesung aus Walldorf

5. April 2025 | > Walldorf, Allgemeines, Das Neueste, Kultur & Musik

Bei der Abschlusslesung der Gastkünstlerin in der Laurentiuskapelle: (v.li.) der städtische Musikbeauftragte Dr. Timo Jouko Herrmann, Verlegerin Gabriele Basse (SKN Verlag), Autorin Sanna Konda und Bürgermeister Matthias Renschler.

 

Beflügelt in ein neues Leben –

„Das waren die Flügel, die mir gewachsen waren“ und „Das war Auftrieb genug unter meinen Flügeln“ liest Sanna Konda aus dem vorletzten Kapitel ihres Romans. Was für die Ich-Erzählerin in „Insel der Verwandlung“ (SKN Verlag, 2025) nach einem halben Jahr auf einer einsamen Insel gilt, mag im übertragenen Sinne auch auf die Autorin zutreffen, die sich nach sechs Monaten als Gastkünstlerin der Stadt Walldorf mit einer gelungenen Lesung in der Laurentiuskapelle verabschiedet. Ihr sei vorher nicht bewusst gewesen, dass es in der Astorstadt „so eine tolle Gemeinschaft“ gebe, sagt Sanna Konda. Ihre Beobachtung der Menschen, ihr Schreiben über sie und der rege Austausch über das Geschriebene – das alles habe sich „gegenseitig befruchtet“, mit dem Ergebnis, dass die Autorin nicht nur ihren Roman zu Ende geschrieben und einen Verlag dafür gefunden hat, sondern dass auch die Kolumnen ihres „Walldorfer Tagebuchs“ (die regelmäßig in der Rundschau erschienen sind und zur Lesung in gesammelter Form als eigenständiges Heft vorliegen) auf großes Interesse gestoßen sind.

„Über beide Werke dürfen wir uns freuen, beide sind sehr schön geworden und können sich sehen lassen“, sagt Bürgermeister Matthias Renschler in seiner Begrüßung zur gut besuchten Lesung. Er spricht von einem Anlass, der „schön und ein bisschen traurig zugleich“ sei. Denn neben der Freude über die erfolgreiche Zeit der Gastkünstlerin in Walldorf und die daraus resultierenden Ergebnisse heiße es nun auch Abschied nehmen. Es sei „furchtbar schade“, so der Bürgermeister, dass es Sanna Konda nun „aus unserem schönen Walldorf wieder hinaus in die weite Welt gezogen“ habe – die promovierte Germanistin lehrt aktuell an den Universitäten Graz und Wien, ihre Heimat liegt in der Stadt Norden in Ostfriesland, ihr Mann Jeffrey, ein aus New York stammender US-Amerikaner, lebt und arbeitet im isländischen Reykjavík.

Bürgermeister Renschler dankt Sanna Konda herzlich für ihre Beiträge, die sie „zum Leben in Walldorf geleistet“ habe, indem sie unter die Menschen gegangen sei, mit ihnen gesprochen habe, beobachtet und vor allem darüber geschrieben habe. „Das war für uns alle eine sehr spannende Erfahrung, die mich in meiner Meinung bestärkt, dass vom Stipendium der Stadt nicht nur der jeweilige Gastkünstler für sein künstlerisches Schaffen profitiert, sondern dass auch wir als Stadt Walldorf daraus einen großen Gewinn ziehen“, sagt er.

Ganz ähnlich drückt es Dr. Timo Jouko Herrmann aus, der städtische Musikbeauftragte, der die Lesung musikalisch umrahmt. Er finde es „ganz bemerkenswert“, so Herrmann, wie schnell Sanna Konda „hier in Walldorf mit allen vernetzt“ gewesen sei. Die Kolumne der „Stadtschreiberin“ (so ihre humorvolle Selbstbezeichnung) sei „in aller Munde“ gewesen und insgesamt sei es „ganz toll, was entstanden ist“. Passend zur Einsamkeit, die im Roman herrscht, hat Timo Herrmann „das Bild der einsamen Geige“ gewählt und spielt auf ihr Solostücke von Thomas Baltzar, Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann sowie seine Eigenkomposition „Aphorismus I“. Wie die gelesenen Textauszüge der Autorin ernten auch Herrmanns gut gewählte musikalische Beiträge großen Applaus des Publikums.

 

 

„All diese Kolumnen sind ja verrückterweise Liebeserklärungen“, sagt Sanna Konda über ihre regelmäßigen Beiträge zur Walldorfer Rundschau, die nun als „Walldorfer Tagebuch“ in gedruckter Form und der Rundschau-Optik nachempfunden vorliegen. „Es ist so schön, das in der Hand zu haben“, freut sich die Autorin. Zwei der Kolumnen hat sie für die Lesung ausgewählt: Passenderweise handelt die erste von der Begegnung mit Timo Herrmann während der letztjährigen Musiktage und der Annäherung der Autorin an die klassische Musik. In der zweiten geht es dann halb real, halb fiktiv nach Bad Wimpfen und um ihren persönlichen Traum, nach der Stadtschreiberin von Walldorf auch Turmschreiberin im pfälzischen Deidesheim zu werden. Ein Text mit viel augenzwinkerndem Humor, der die unterhaltsame Seite der Autorin zeigt.

Ernster geht es im Roman „Insel der Verwandlung“ zu, in den Sanna Konda mit drei Kapiteln spannende Einblicke gibt. „Das Manuskript hat mich von Anfang an begeistert“, sagt ihre Verlegerin Gabriele Basse, die eigens zur Lesung aus Ostfriesland angereist ist und sich beeindruckt vom gelungenen Abend zeigt. Die Autorin startet mit dem Eintreffen ihrer Protagonistin auf der Insel, die nur von den Vögeln bewohnt wird, die sie beobachten und zählen soll. Sie schildert dann in Kapitel 15 auf wunderbare Art und Weise die Nähe, die mit der Zeit zwischen der Ich-Erzählerin und den Tieren entstanden ist. Und schließlich zeigt sie mit dem vorletzten Kapitel des Buchs, wie sich ihre Hauptperson in dem halben Jahr auf der Insel entwickelt und verändert hat. Die wichtigste Erkenntnis: „Eine Lust auf Menschen“ ist in ihr geweckt worden, „die mir zuvor unbekannt war“. Sie kann den Blick in die Zukunft richten und sichtlich gereift die Insel verlassen: „Ich war auf die Insel gekommen mit sehr vielen Ideen davon, was ich nicht war und nicht sein wollte. Das hatte sich verändert“, stellt sie fest. Die Flügel, die ihr gewachsen sind, tragen sie in ein neues Leben.

Am Ende gibt es viel Beifall für die Autorin und zahlreiche Dankesworte. Sanna Konda dankt den Verantwortlichen der Stadt Walldorf, der Bürgermeister allen Mitwirkenden am Abend und Heike Käller (Fachdienst Kultur und Sport) für die Organisation. Am kleinen Stand von Uwe Dörner (Buchhandlung Dörner) findet der druckfrische Roman seine Käufer und alle Besucher dürfen sich ein Exemplar des schmucken „Walldorfer Tagebuchs“ mitnehmen.

Info: Sanna Konda – Insel der Verwandlung, SKN Verlag, ISBN 978-3-910358-16-4, 16 Euro. Der Roman ist in der Buchhandlung Dörner in Walldorf erhältlich. Dort liegt auch das „Walldorfer Tagebuch“ aus, das es ebenfalls an der Rathaus-Pforte gibt.

 

Text und Fotos: Stadt Walldorf

 

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