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Ausstellung in der Alten Apotheke wird zur „Poetischen Begegnung“

24. Januar 2025 | > Walldorf, Allgemeines, Das Neueste, Kultur & Musik, Kunst für Walldorf, ~ Umgebung

Kunstwerke im spannenden Dialog

Unter dem Titel „Poetische Begegnung“ hat der Kunstverein seine erste Ausstellung in diesem Jahr eröffnet. Zur Vernissage in der Alten Apotheke waren die beteiligten Künstler Hannah Tzschentke, Marcus Heim und Agnes Schneidewind anwesend. Die Gastkünstlerin Sanna Konda hatte die Ausstellung initiiert und kuratiert, sie ist außerdem mit Text- und Sprachbeiträgen involviert.

Gerhard Baldes, Vorsitzender des Kunstvereins, verlas zu Beginn der Veranstaltung die Grußworte von Bürgermeister Matthias Renschler, der aufgrund eines Termins nicht selbst vor Ort sein konnte. Renschler hob darin die „offene, herzliche und sympathische Art“ von Gastkünstlerin Sanna Konda hervor, die damit in Walldorf „einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen“ habe. Er erinnerte an einen gemeinsamen spontanen Ausflug ins Naturschutzgebiet Wagbachniederung zur Beobachtung der hiesigen Vögel, einem der großen Interessensgebiete von Sanna Konda, das auch in ihrem Roman eine große Rolle spiele. Sie habe während ihres Aufenthalts in Walldorf nicht „im Elfenbeinturm vor sich hingelebt“ und alleine ihrer Kunst gewidmet, sondern sei auf die Menschen zugegangen und habe mit ihnen ihre Texte und Gedanken geteilt. Vor allem das „Walldorfer Tagebuch“ in der Rundschau habe sich schnell zu einem sehr beliebten Beitrag entwickelt, „den viele Menschen gelesen und gelobt haben“.

Die Ausstellung „Poetische Begegnung“ bringe Kunstschaffende aus Literatur, Fotografie und Malerei zusammen – eine „spannende Kombination“, und man könne sich schon darauf freuen, ihre Kunst näher kennenlernen zu dürfen. Renschler dankte den Verantwortlichen des Kunstvereins, „die sich so bereitwillig auf dieses spannende Experiment eingelassen haben“.

Dass die Umstände der Ausstellung im Vorfeld durchaus außergewöhnlich waren, konnte Gerhard Baldes bezeugen. In seiner Rede verwies er auf den kurzen Zeitraum, in dem die Ausstellung entstanden sei. Sanna Konda habe sich bereit erklärt, das Organisatorische zu übernehmen und ihre Ideen umzusetzen. Auch wenn alles „mit heißer Nadel gestrickt sei“, so Baldes augenzwinkernd, sei es doch eine gute Entscheidung gewesen, die Ausstellung zu machen. Sie bringe Bild und Text wie in einem Spiel zusammen. Baldes verwies auch auf Sanna Kondas Kolumne zur Ausstellung, die in der Walldorfer Rundschau erschienen ist. Er machte außerdem auf die Lesung am Donnerstag, 23. Januar, um 20 Uhr, in der Stadtbücherei aufmerksam, in der Sanna Konda ihr neues Buch vorstellen wird.

Die Gastkünstlerin bedankte sich ihrerseits für die Neugier und das Interesse, die ihr während ihrer Zeit in Walldorf entgegengebracht wurden. Durch das Stipendium mit der Künstlerwohnung habe sie sich erstmals in Vollzeit als Künstlerin betätigen können. Walldorf sei für sie zu einem „utopischen Ort“ geworden. „Es war sehr produktiv“, zog sie bereits ein erstes Fazit ihres Aufenthalts, der noch im Januar zu Ende geht. Sie habe hier zahlreiche Begegnungen und viele Gespräche erlebt. Und das habe ihre Erkenntnis untermauert: „Künstler arbeiten nicht alleine.“ Das sei auch die Idee hinter der Ausstellung. „Es zeigen sich Verbindungslinien auf zwischen den Kunstwerken.“  Bei der Umsetzung der Ausstellung habe sie „alle Unterstützung der Welt“ gehabt, richtete Sanna Konda ihren Dank an den Kunstverein. Nun wisse sie, was es heißt, eine Installation aufzubauen und „wie aus dem Nichts etwas Tolles entstehen zu lassen“.

Auf die Frage an die Künstler, mit denen sie freundschaftlich verbunden ist, wie sie die Ausstellung empfinden, sagte Fotograf Marcus Heim, dass er viele Freiheiten dafür hatte. Das habe er so „noch nicht erlebt“. Er habe sich entschlossen, sowohl Porträts auszuwählen als auch verschiedene Formen von Berührungen und zwischenmenschlichen Begegnungen zu zeigen. Mit den anderen Künstlerinnen und ihren Werken habe sich ein Dialog entspannt. Außerdem habe er Fotos mitgebracht, deren Rückseite mit Zitaten von Sanna Konda versehen sind, die aus zahlreichen Sprachnachrichten, ihrem üblichen Kommunikationsweg, stammen. Ergänzt wird sein Beitrag durch Landschaftsaufnahmen aus Ostfriesland, einer Gegend, welche die beiden verbindet und wo Heim neben der Weltmetropole Paris lebt. „Landschaften faszinieren mich. Mich beschäftigt die Frage: Was ist das für ein Habitat?“, so Heim dazu.

Die Künstlerin Hannah Tzschentke trägt zur Ausstellung Bilder bei, die mal Landschaften zeigen und mal organisch sind. Andere seien wiederum „nicht definierbar“. So liege es am Betrachter, was er oder sie darin sehe. Auch ihre Werke treten in Dialog mit Beiträgen von Sanna Konda, so ist etwa ihr Text „Fleischfressende Wasserpflanzen“ neben Tzschentkes Werk „on the inside“ zu sehen.

Die Wiener Performance-Künstlerin Agnes Schneidewind hat für die Ausstellung Sprachnachrichten, die sie und Sanna Konda während derer Zeit in Walldorf ausgetauscht hatten, zu einem rund 20-minütigen Dialog zusammengeschnitten. Kein leichtes Unterfangen, bei etwa 40 Stunden Rohmaterial, wie Schneidewind betonte. Das seien Gespräche, die auch Verletzlichkeit zeigten, die einen Schutzraum brauchten. Deswegen habe sie für die Ausstellung eine „Höhle“ gebaut, so Schneidewind. Gemeint ist ein Nebenraum, der abgedunkelt wurde und in dem vier Kopfhörer bereitliegen, um sich die Gespräche anzuhören. In dem Raum ist außerdem eine Lichtinstallation zu sehen, die zu der ganz besonderen Atmosphäre beiträgt. „Es ist ein bisschen ein Rückzugsort“, warb Sanna Konda, diesen Teil der Ausstellung zu erfahren. 

Die Ausstellung ist bis zum 23. Februar immer sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 06227/2526) in der Alten Apotheke zu sehen.

Text und Fotos: Stadt Walldorf

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