Essensgewohnheiten haben sich geändert
Beim Erzählcafé lud Reiner Menges zu seinem Vortrag „Walldorfer Gaststätten früher und heute“ ein. Vor zahlreichem Publikum, das sich erneut im Speisesaal des Astor-Stifts einfand, zeigte Menges die Entwicklung der Restaurants und Gaststätten – oder auf Mundart einfach „Wärtschaft“ – in den vergangenen Jahrzehnten auf.
Von der einst weit verbreiteten deutschen, bürgerlichen Küche ist heute nur noch wenig übrig geblieben, erklärte Menges. Stattdessen haben Gäste mittlerweile unter anderem die Wahl zwischen italienischer, indischer, griechischer, spanischer und vielen weiteren Küchen.
Auch die Ausgeh- und Essgewohnheiten hätten sich stark verändert. Früher sei es üblich gewesen, dass Männer nach der Arbeit – sei es in der Fabrik oder in der Landwirtschaft – noch in ein Gasthaus einkehrten, um etwas zu trinken oder eine „heiße Lyoner“ (Engel) zu essen. Zudem dienten die Wirtschaften als Treffpunkt für den Austausch von Neuigkeiten. Zum Essen ging man meist nur zu besonderen Anlässen mit der Familie aus.
Auch der Wandel in der Gastronomie wurde thematisiert: Während früher viele Betriebe in Familienbesitz waren, sei dies heute eher die Ausnahme.
Reiner Menges blickte in seinem Vortrag bis ins Jahr 1900 zurück und zeigte zahlreiche Fotos, die die Entwicklung der Walldorfer Gaststätten dokumentierten. Dabei wurden auch viele Erinnerungen mit den Gästen ausgetauscht.
Das nächste Erzählcafé findet am Donnerstag, 20. März, ab 15 Uhr im großen Speisesaal des Astor-Stifts statt. Thema des Nachmittags ist „Joachim Ringelnatz: Gedichte und Aphorismen“.
Text und Fotos: Stadt Walldorf